25. September 2017

Digitale Medien sinnvoll einsetzen - tönt gut

In den nächsten Jahren werden Tablet und Co an der Volksschule Einzug halten – vom Kindergarten an. Das Bündner Tagblatt hat sich bei Experten über die Gefahren der Digitalisierung für Kinder erkundigt.
Für Sandra Locher Benguerel, Präsidentin des Vereins Lehrpersonen Graubünden, langjährige Primarlehrerin und Grossrätin der SP, dagegen ist es wichtig, dass digitale Medien im Schulzimmer sinnvoll und gezielt eingesetzt werden. 
Leserbrief, Südostschweiz, 25.9. von Markus Niederdorfer

Trotz Luzerner Entscheid brodelt die Sprachenfrage weiter

In Luzern lernen die Primarschüler weiterhin Französisch und Englisch. Die Gegner des Frühfranzösisch scheiterten damit in einem weiteren Kanton mit einer Volksinitiative.
Es ist eine ganze Kaskade von Abstimmungen, die in der Schweiz in den letzten Jahren für heftige Emotionen gesorgt haben. Am Sonntag hatten die Stimmberechtigten des Kantons Luzern zu entscheiden, ob in Zukunft nur noch eine Fremdsprache auf der Primarstufe gelehrt werden sollte. Ihr Verdikt fiel gleich aus wie bei allen bisherigen Plebisziten: Die Volksinitiative «Eine Fremdsprache auf der Primarstufe» wurde mit einem Nein-Stimmen-Anteil von 57,6 Prozent abgelehnt. Die Stimmbeteiligung lag bei 50,3 Prozent.
Luzern wird nicht zur Sprachinsel, NZZ, 25.9. von Erich Aschwanden

Wer sich anstrengt

Letzten Mittwoch traten zwei Klassen unserer Schule gegeneinander in einem Poetry-Slam-an. Der Workshop, der von der Bielerin Tina Messer initiiert, von mehreren Jungpoeten durchgeführt und von der Erziehungsdirektion finanziell unterstützt wird, war, wie meine Schüler es ausdrücken würden „megacool.“
Wer sich anstrengt, von Alain Pichard, 25.9.

Nidwalden untersucht Wirkung von altersdurchmischtem Lernen

Die gutbesuchte Generalversammlung des Lehrerverbands Nidwalden war reich mit Themen bepackt. Zur Sprache kam etwa, dass die Nidwaldner Lehrer mit ihren Obwaldner Kollegen das Zentralschweizer Schlusslicht beim Lohn bilden.
Die Löhne sind bei den Lehrern ein Dauerbrenner, Luzerner Zeitung, 21.9. von Marion Wannemacher

ADHS: Ritalin kann helfen

Ein neues Schuljahr kann Schüler wie Eltern stark verunsichern. Auch deshalb, weil es allenfalls plötzlich um eine Abklärung oder Therapie des eigenen Kindergarten- oder Schulkindes geht: bei der Logopädin, der Psychomotorik-Lehrerin oder Schulpsychologin. Ein Interview mit dem Psychologen Roland Käser über die zunehmende Diagnose von Aufmerksamkeitsstörungen, das Medikament Ritalin und was Frühgeburten mit all dem zu tun haben. Roland Käser arbeitet seit Jahrzehnten im Schulpsychologischen Dienst.
"Ritalin kann ein Segen sein", Mamablog, 21.9. von Gabriela Braun

Pro Schüler ein Tablet

Als erster Schweizer Kanton will Baselland jeden Sekundarschüler mit einem eigenen iPad oder Laptop ausstatten. Lehrer fürchten, dass die Geräte vom Unterricht ablenken.
Als Pionierkanton konnte sich der Kanton Baselland in den vergangenen Jahren im Bildungswesen nicht hervortun. Dazu fehlte der Geist – und das Geld. Nun aber prescht die Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD) vor:
Bis in wenigen Jahren sollen sämtliche Sekundarschüler im Kanton mit eigenen Laptops oder iPads ausgestattet werden.
In diesem Kanton soll jeder Sekundarschüler gratis einen Laptop erhalten, Schweiz am Wochenende, 24.9. von Leif Simonsen

24. September 2017

Kritik an Schulchecks

Es überrascht mich nicht, dass Conradin Cramer an denins Kreuzfeuer der Kritik geratenen Checks festhalten will. Erwartungsgemäss weicht der Bildungsdirektor einer inhaltlichen Auseinandersetzung über Sinn und Unsinn dieser umstrittenen Form der Leistungsmessung aus, indem er seinen Entscheid aus rein formalistischer Sicht begründet (BaZ vom 20. September).
Eine inhaltliche Diskussion ist dringend, Basler Zeitung, 22.9. von Katja Christ

Beiträge an Privatschulen werden gestrichen

In Zukunft wird es im Baselbiet keine staatlichen Beiträge für Eltern mehr geben, die ihre Kinder an eine Privatschule schicken.
Beiträge an Privatschulen werden gestrichen, Basler Zeitung, 24.9.

Lehrerverband kämpft gegen Lehrplan-Komitee

An der diesjährigen Delegiertenversammlung des LEGR steht ein umstrittener Antrag zur Diskussion. Die Geschäftsleitung will 20'000 Franken für den Kampf gegen die Bündner Doppelinitiative gegen den Lehrplan 21 einsetzen. Bemerkenswert ist dieses Vorgehen, weil der Lehrerverband jahrelang die Diskussion um den Lehrplan 21 unterdrückt hat und lehrplankritische Gedanken im Verbandsorgan zensurierte. Anstatt einer offenen Diskussion - der man aus dem Weg gehen will - bevorzugt man, finanzielle Mittel aus der Verbandskasse im Kampf gegen Lehrplankritiker einzusetzen. Dies ist fragwürdig, da die Meinung zum Lehrplan 21 innerhalb der Lehrerschaft kontrovers ist. (uk)

Eine ausführliche Stellungnahme zu den DV-Einladungsunterlagen der GL des LEGR ist ab dem 24. Sept. 2017 unter https://www.markus-niederdorfer.ch/dv-legr-ausführliche-stellungnahme/ geschaltet. Eine Kurzversion befindet sich auf Denkpause Lehrplan 21 GR

Umstrittener Einsatz von Tablets im Kindergarten und in der Unterstufe

«Würden Sie Ihrem sechs Jahre alten Kind erlauben, mit dem Auto durchs Quartier zu fahren, zwischendurch ein Gläschen Wein zu trinken oder einfach im Kinderzimmer zu rauchen?» Diese Frage stellt Markus Niederdorfer aus Summaprada, der auf 32 Jahre Berufserfahrung auf Primar- und Oberstufe zurückblicken kann und derzeit an der Schule Albulatal in Tiefencastel eine Realklasse unterrichtet, rhetorisch an alle Eltern von (bald) schulpflichtigen Kindern. Denn: Die Schuluhren stellen auf das digitale Zeitalter um. Bis im Sommer 2021 muss im Kanton Graubünden jedem Kind der Zugang zur virtuellen Welt im Schulunterricht ermöglicht sein. Und Niederdorfer ist es ein Anliegen, die Diskussion über die Risiken, welche die Nutzung digitaler Medien für Kinder und Jugendliche birgt, öffentlich zu führen, wie er dem BT sagt.
Risiken der digitalen Bildung, Bündner Tagblatt, 23.9. von Enrico Söllmann

Überraschend deutlicher Fremdsprachen-Entscheid in Luzern

SRF-Redaktor Christian Oechslin zur Fremdspracheninitiative im Kanton Luzern. 
SRF, 24.9.



Luzern bleibt bei zwei Primarfremdsprachen

Im Kanton Luzern lernen Primarschüler auch in Zukunft zwei Fremdsprachen. Die Volksinitiative «Eine Fremdsprache auf der Primarstufe», die von Vertretern verschiedener Parteien, Lehrern und Unternehmern lanciert worden war, wurde von den Stimmbürgern mit einem Nein-Stimmenanteil von knapp 58 Prozent abgelehnt.
Luzerner Primarschüler lernen weiter zwei Fremdsprachen, SRF, 24.9.

Mit der Zeit gehen

Das soll mir einer erklären. Da gehe ich jetzt schon auf die sechzig zu, aber keine Spur von weiser werden! Dabei habe ich in der Schule immer aufgepasst. Ich schrieb brav meine Prüfungen in der Primarschule und brachte zweimal jährlich ein Zeugnis nach Hause. Auch am Alpenquai war der Unterricht nicht wesentlich anders, nur die Prüfungen wurden jetzt Wochen im Voraus angekündigt. Irgendwie bestand ein Zusammenhang zwischen Lernen und guten Noten.
Dringend Nachhilfe gesucht, Zentralplus, 23.9. von Max Huwyler

21. September 2017

Knaben sind anspruchsvoll

Mädchen sind dem gängigen Sprachunterricht deutlich mehr zugetan. Kann unser Schulsystem nicht alle befähigen?
Vernachlässigte Knaben, NZZ, 21.9. von Natalie Avanzino

Mehrsprachigkeit der Schweiz als leere Hülse

Unser Land streitet leidenschaftlich gern über seine Sprachen. Schliesslich geht es um den nationalen Zusammenhalt. Doch bei genauerem Hinsehen erweist sich ebendieses vielbemühte Argument als ziemlich leere Hülse.
Mythos mehrsprachige Schweiz, NZZ, 21.9. von Robin Schwarzenbach

Lieber Haar- als Sprachpflege

Für Sprachpflege bleibt kaum mehr Musse. Dabei würde es sich lohnen, in der Flut an Geschriebenem wieder mehr Sorgfalt anzumahnen – aber auch vermehrt Diskurse über sprachliche Entwicklungen anzustossen. 
Innehalten im Tempodiktat, NZZ; 21.9. von Urs Bühler

20. September 2017

Keine Geschlechterdiskrimination bei Kindergärtnerinnen-Löhnen

Eine geschlechterdiskriminierende Ungleichbehandlung liegt nicht vor
Es gibt keine Anhaltspunkte für eine Schlechterstellung von Kindergärtnerinnen gegenüber anderen Berufsgruppen. Dies hat das höchste Gericht festgestellt und damit einen vorläufigen Schlusspunkt unter einen langjährigen Streit gesetzt.
Es bleibt beim tieferen Lohn für Kindergärtnerinnen, NZZ, 20.9. von Barblina Töndury

Dauerbrenner Fremdsprachen

Der Fremdsprachenunterricht ist erst seit der Jahrtausendwende ein Zankapfel
Am Wochenende wird wieder einmal über den Fremdsprachenunterricht abgestimmt, diesmal im Kanton Luzern. Ein Ende des Deutschschweizer Dauerstreits um Frühfranzösisch und Frühenglisch ist jedoch nicht in Sicht.
Die grosse Schweizer Disharmonie, NZZ, 20.9. von Christophe Büchi 

Cramer will an umstrittenen Checks festhalten

Der Basler Erziehungsdirektor stellt sich gegen die von den Lehrerinnen und Lehrern geforderte Abschaffung.

Cramer hält an den Schul-Checks fest, Basler Zeitung, 20.9. von Thomas Dähler

Bundesgericht weist Lohnklage von Kindergärtnerinnen ab

Eine Kindergärtnerin erhält monatlich über 1000 Franken weniger Lohn als eine Primarlehrerin. Diese Praxis wird nun vom Bundesgericht gestützt.
Gleiche Ausbildung, weniger Lohn, Tages Anzeiger, 19.9. von Corsin Zander

Wie sinnvoll ist die Grundstufen-Ausbildung?

Wenn eine Zürcher Kindergärtnerin bis anhin voll gearbeitet hat, bekam sie nur 87 Prozent eines vollen Lohnes. Da liegt der Verdacht nah, dass hier die Löhne in einem Frauenberuf absichtlich tief gehalten, dass Kindergärtnerinnen wegen ihres Geschlechts ­diskriminiert wurden. Umso mehr, als die Primarlehrerinnen und -lehrer in einer höheren Lohnklasse bei vollem Pensum auch einen ganzen Lohn bekommen.
Der Job wird nicht attraktiver, Tages Anzeiger, 19.9. von Daniel Schneebeli

La débâcle de l'école

In seinem Editorial zur jüngsten Ausgabe des lvb inform schreibt Roger von Wartburg über ein französisches Buch, das die Bildungsmisere vorausgesagt hat.
La débâcle de l'école - 10 Jahre danach. lvb inform, September 2017, von Roger von Wartburg

19. September 2017

Unterschiedliche Handhabung von Kleidervorschriften

Nicht alle Modetrends passen ins Klassenzimmer. Die Schule Merenschwand hat deshalb Regeln aufgestellt. Andere Schulen verzichten darauf, weil sich Vorschriften kaum durchsetzen lassen.
Diese Kleiderregeln gelten an Aargauer Schulen, Aargauer Zeitung, 19.9. von Noemi Lea Landolt

Fluchen wie Bürstenbinder

Schüler verwenden heute Kraftausdrücke, die früher absolut tabu waren. Die Lehrer klagen über «Sprachverwilderung».

So derb fluchen Achtjährige heute, 20 Minuten, 18.9.
"Es gibt Modetrends wie etwa'huere schwul'", 20 Minuten, 18.9.

17. September 2017

Kleiderverbote als juristisches Minenfeld

Eine Solothurner Schule hat Kleidervorschriften erlassen. Mit Verboten bewegen sich Schulen in der rechtlichen Grauzone. Trotzdem können die Vorschriften Sinn machen, sagen Schulleiter.