21. Juli 2017

Wirkung des Französischunterrichts untersuchen

Die von Englisch in den Schatten gestellte Landessprache verdient in der Schule mehr Gegenliebe und Förderung.
Französisch braucht ein Lifting, NZZ, 21.7. von Walter Bernet

20. Juli 2017

Männer gesucht

Schulen haben auf tieferen Stufen Mühe, passende Lehrer zu finden. Jetzt sollen Männer in die Bresche springen.
Lehrermangel: Primarschulen suchen dringend Männer, Aargauer Zeitung, 20.7. von Yannick Nock

Master und mehr Lohn für Kindergärtnerinnen?

Wer in Zukunft die Ausbildung zum Primarlehrer oder zur Kindergärtnerin machen will, dürfte dafür mehr Zeit benötigen als bisher. Die Rektoren der pädagogischen Hochschulen erarbeiten derzeit ein neues Strategiepapier. Darin geht es um einen Ausbau des dreijährigen Bachelor-Studiengangs zu einem Masterstudium von viereinhalb bis fünf Jahren. «Die Anforderungen an die Schule nehmen zu, dem müssen wir Rechnung tragen», sagt kürzlich Hans-Rudolf Schärer, Präsident der pädagogischen Kammer beim Hochschulrektorenverband. Man wolle eine Diskussion anstossen. Die Verlängerung des Studiums würde auch den Kindergarten betreffen.
Wie sich die Neuerung auswirkt, darüber streiten sich die Experten. Höhere Hürden dürfte einige Interessenten abschrecken. Allerdings wertet ein Master das Studium auch auf, was zu mehr Lohn und mehr Anerkennung führt. Im Herbst soll das Strategiepapier vorgestellt werden. 
Quelle: Aargauer Zeitung, 20.7. von Yannick Nock

Die Volksschule muss lernleistungsfähig und attraktiv bleiben


Muss die Schule alles tun, tut sie nichts mehr richtig. Wer nicht unter den Bildungsreformen leiden will, weicht an Privatschulen aus. Das bedroht die Kohäsionskraft der Volksschule, meint Carl Bossard.
Den Volksschulen drohen die Kinder abhandenzukommen, NZZaS, 16.7. von Carl Bossard

Erfahrungen mit der Inklusion in Deutschland

Kinder mit oder ohne Behinderung sollen gemeinsam lernen – die Idee finden viele Eltern, Lehrer und Schüler in der Theorie richtig, in der Praxis sind sie jedoch enttäuscht. 2009 ratifizierte Deutschland nach langem Zögern die UN-Behindertenrechtskonvention und gab damit den Startschuss für die sogenannte Inklusion in den Schulen. Kinder mit Behinderung haben seither das Recht, eine Regelschule zu besuchen. Sie sollen nicht länger von der Gesellschaft isoliert werden. Doch Inklusion wirkt auf viele Betroffene eher als Sparkurs der Politik, denn als gelungene Förderung. Für das gemeinsame Lernen fehlen Fahrstühle, Rückzugsräume, Lehrer, Sonderpädagogen – und Zeit. In vielen Bundesländern haben sich Elterninitiativen gegründet, die mehr Geld für Inklusion fordern. Unterstützung bekommen sie dabei von den Lehrerverbänden. 
Ein Fahrstuhl, ein Raum, eine Kollegin, Zeit, 16.7. von Birk Grüling

Immer mehr Hochbegabte?

Das Kind im Kindergarten fragte, weshalb die Menschen in Israel mit den Palästinensern streiten. Ein anderes löcherte seine Mutter mit Fragen zur Kanalisation. Eine Vierjährige wollte alles über den Tod wissen und wünschte sich, eine Leiche zu sehen: Wenn kleine Kinder solche Fragen stellen, werden manche Eltern hellhörig – und landen zum Beispiel bei Ania Chumachenco. Die Psychologin testet in ihrer Zürcher Praxis­gemeinschaft Kinder auf Hochbegabung, in einzelnen Fällen schon Vier- und Fünfjährige.
Hochbegabte leiden schon im Kindergarten, Sonntagszeitung, 16.7. von Tina Huber

PH Zug will Fachdidaktiker fördern

Mit 800000 Franken fördert der Bund in den nächsten Jahren die Beteiligung der Pädagogischen Hochschule Zug an vier Projekten. Diese sollen vor allem der Nachwuchsförderung bei den Dozenten dienen.
Auf der Suche nach Fachdidaktikern, Luzerner Zeitung, 15.7.

Nichts Unnützes mehr!

Die folgenden Aufzeichnungen basieren auf meinen persönlichen Notizen anlässlich des Festvortrags von Prof. Dr. Konrad Liessmann, Philosophie, Universität Wien, gehalten am 7. Juli in Franfurt/Main.
Liessmann: "Tiefpunkt in der pädagoischen Literatur", Bild: Urs Kalberer

"Für nichts zuständig, zu manchem fähig und zu allem bereit: Kompetenzorientierung als Inkompetenz", von Konrad Paul Liessmann


Alternativen zu Fakten

Alternativen zu Fakten: Seit Pisa und Bologna setzt die deutsche Bildungspolitik auf Kompetenzen statt auf Bildung. Auf der ersten Inkompetenzkonferenz in Frankfurt formiert sich Widerstand.
Klären Sie Ihre Schreibabsicht, prüfen Sie Ihre Gefühle! FAZ, 12.7. von Thomas Thiel

Grosse Vielfalt an Integrationskonzepten

Die schulische Integration von Emigrantenkindern ist anspruchsvoll. Vermehrt kommen Kinder aus bildungsfernen Schichten aus Südeuropa in die Schweiz, wie ein Besuch in Wohlen zeigt.
Integration auf Südeuropäisch, NZZ, 15.7. von Jörg Krummenacher

Zemp fordert mehr Mittel für die Integration

Die Zuwanderung bildungsferner Familien schafft neue Probleme bei der schulischen Integration. Das sagt Lehrerverbandspräsident Beat Zemp im Interview.
"Scham und Zurückhaltung sind der Normalfall", NZZ, 15.7. Interview mit Beat Zemp von Jörg Krummenacher

Pestalozzi gefällt nicht allen

Johann Heinrich Pestalozzi widmete sein Leben der Volksschulbildung. Auch den armen und benachteiligten Kindern wollte er durch eine Bildung zu einem besseren Leben verhelfen. Dieser Gedanke war damals neu und revolutionär. Er gefiel nicht allen. Viele Angehörige der Oberschicht wollten das Volk lieber in Armut und Unwissenheit belassen. Unter fortschrittlich und demokratisch gesinnten Zeitgenossen hingegen war Pestalozzi sehr geschätzt. Mit vielen pflegte er das Gespräch und den Austausch, was zu seinem Erfolg und seiner internationalen Ausstrahlungskraft beitrug. Während Pestalozzi anfänglich an Rousseaus Idee einer «natürlichen Erziehung» glaubte, erkannte er später, dass Kinder beim Lernen systematische Anleitung brauchen. 
Pestalozzi - modern und aktuell, Basler Zeitung, 14.7. Leserbrief von Judith Barben

Liechtenstein bleibt bei fünf Jahren Primarschule

Fünf Jahre Primar- und vier Jahre Sekundarschule: Liechtenstein bleibt bei seinem System in der Volksschule - auch mit einem neuen Lehrplan.
Liechtensteins neuer Lehrplan, der auf einem Regierungsbeschluss vom Dezember letzten Jahres basiert, orientiert sich am Lehrplan 21 der Deutschschweizer Kantone. Die Angleichung soll nach der Pflichtschulzeit den Anschluss von Liechtensteiner Schülerinnen und Schülern an die weiterführenden Schulen in der Schweiz sichern, wie die Regierung in Vaduz am Donnerstag mitteilte.
Liechtenstein: fünf Jahre Primar- und vier Jahre Sekundarschule, sda, 13.7.

Petition für Latein

Laut Lehrplan 21 sollen die Schüler an Langzeitgymnasien ab 2019 nicht mehr zwischen Latein und Natur und Technik wählen können. Die Online-Petition mit 3900 Unterschriften gegen den Latein-Abbau wurde gestern eingereicht.
3700 Personen wehren sich gegen Latein-Abbau, Luzerner Zeitung, 13.7.

19. Juli 2017

Grosse Unterschiede bei der Klassengrösse

Wer in Bachs in die Primarschule geht, hat nur elf Klassengspänli. Zwölf Schülerinnen und Schüler sind der Durchschnitt in der kleinen Zürcher Unterländer Gemeinde. Etwas mehr sind es in Adlikon und Truttikon: 13 respektive 13,5 Schüler. Ganz anders sieht es gleich östlich der beiden Weinländer Gemeinden aus: Im Stammertal bevölkern knapp 24 Schüler eine Klasse. Ebenso in Zollikon am Zürichsee. Das sind doppelt so viele wie in den Gemeinden mit den kleinsten Klassen.
Diese Zürcher Gemeinden haben die grössten Schulklassen, Tages Anzeiger, 12.7. von Pascal Unternährer

Aargauer Schulleiter gegen Schulpflegen

Künftig sollen nur noch Gemeinderat und Schulleitung die Schulen im Aargau führen. Nicht nur ein SVP-Vorstoss, sondern auch die Mehrheit der Schulleiter spricht sich gegen die Schulpflege aus.
Schulpflege unter Druck: Aargauer Schulleiter finden sie unnötig, Aargauer Zeitung, 12.7. von Jörg Meier

Von der Orientierungsschule direkt zum Lehrplan 21

Gegenwärtig soll in verschiedenen Kantonen mit dem umstrittenen Lehrplan 21 (LP 21) die radikalste Änderung des Schulsystems seit Bestehen der Volksschule vorgenommen werden. Dass die Bedenken, die von der Lehrerschaft, besorgten Eltern und Pädagogikprofessoren angemeldet wurden, ihre Berechtigung haben, zeigen die schlechten Resultate der LP-21-Versuchsschulen, die mit der «Kompetenzorientierung» und ihrem «selbstgesteuerten» oder «selbstorganisierten Lernen SOL» den bewährten Klassenunterricht weitgehend abgeschafft und qualifizierte Lehrer zu «Lernbegleiter» degradiert haben. Die Schüler werden allein gelassen, indem es ihnen überlassen wird, wann, wie, wo und ob sie lernen wollen.
Nachteil für Wirtschafts-Standort, Basler Zeitung, 11.7. von Peter Aebersold

Google drängt ins Klassenzimmer

Vor wenigen Monaten kündigte die Howard University in Washington an, einen Campus am Google-Hauptquartier in Mountain View zu eröffnen, wo Computerwissenschaftler drei Monate studieren können. Während ihres Forschungsaufenthalts, einer Art Sommeruniversität, werden die Gasthörer der traditionell afroamerikanischen Hochschule von Google-Tutoren angeleitet und können Schnupperkurse in den Fachabteilungen besuchen.
Google drängt ins Klassenzimmer, Basler Zeitung, 11.7. von Adrian Lobe

Starke Zunahme von DaZ-Unterricht

In der Antwort des Stadtrats aufeine Anfrage eines SVP-Politikers wird die Problematik der explodierenden Kosten für den Deutschunterricht drastisch aufgezeigt. Die Schulpflege will Massnahmen prüfen.
Millionenbetrag für DaZ-Unterricht wirft Fragen auf, Zürichsee Zeitung, 11.7.. von Andrea Schmider

"Bevölkerung steht hinter dem Modell der Zweisprachigkeit"

Die Gemeindeschule Samedan ist seit 2001 offiziell zweisprachig. Ab dem Kindergartenalter lernen die Kinder in Samedan Romanisch und Deutsch. Für Andrea Urech überwiegen die Vorteile dieses Schulmodells. Er ist überzeugt, dass die Kinder davon profitieren und nicht überfordert sind.
Andrea Urech fördert das Romanische in Samedan, Bild: Nicolo Bass
"Romanisch ist mehr als nur eine Beilage", Engadiner Post, 10.7. von Nicolo Bass

18. Juli 2017

Inkompetenz-Konferenz sammelt den Widerstand gegen Kompetenzorientierung

Die neoliberale Ideologie hat zu einer radikalen Veränderung von Schule und Hochschule geführt. Denn wenn Erkenntnis durch Kompetenz ersetzt wird, bleibt von der Bildung nichts mehr übrig: In Frankfurt tagte die erste Inkompetenzkonferenz.
Die Trauer der Universitäten, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.7. von Hannah Bethke

Luzerner Regierung erklärt Lehrplan-Initiative für teilweise ungültig

Die Luzerner Regierung will die kantonale Initiative «Bildungsreformen vor das Volk» teilweise für ungültig erklären. Die Umsetzung des Lehrplans 21 in der gesamten Deutschschweiz rückt damit näher.

Lange schien es, als könnte der Protest zu einer Volksbewegung werden. In zahlreichen Deutschschweizer Kantonen sammelten Komitees unterschiedlichster Zusammensetzung erfolgreich Unterschriften für mehr Mitsprache des Volkes bei Bildungsfragen. Die Initianten wollten auf diese Weise verhindern, dass auf ihrem jeweiligen Gebiet der umstrittene Lehrplan 21 eingeführt wird.
Neuer Rückschlag für die Gegner des Lehrplans 21, 10.7. von Erich Aschwanden

St. Gallen hat kein Geld für Austauschprojekte

Schüleraustauschprojekte haben im Kanton St.Gallen einen schweren Stand und hängen oft vom Engagement der einzelnen Schulleiter und Lehrer ab. Änder dürfte sich daran vorerst nichts. Man habe weder Budget noch Ressourcen für den Austausch, heisst es von offizieller Stelle.

Kein Geld für Austauschprojekte, Zürichsee Zeitung, 10.7. von Fabienne Sennhauser

Zürich ersetzt Altersentlastung mit zusätzlichen Ferien

Der Kanton hat die Altersentlastung für Lehrer über 57 Jahre zugunsten zusätzlicher Ferien gestrichen. Das hat zur Folge, dass Schulen mit älteren Lehrkräften im nächsten Schuljahr weniger Arbeitszeit zur Verfügung haben.

Ältere Lehrer-Teams benachteiligt, Landbote, 10.7. von Mirjam Fonti

Luzerner Lehrplan-Initiative wird Juristenfutter

Auch die Luzerner Regierung wirft den Initianten einer reformkritischen Initiative juristische Stolpersteine in den Weg. Bildungsdirektor Reto Wyss hat die Initiative für teilweise ungültig erklärt. Doch bereits zuvor legten die Initianten ihre Initiative Paul Richli, einem Staatsrechtler und renommierten Experten der Luzerner Kantonsverfassung, zur Begutachtung vor. Richli findet, dass kein Verstoss gegen übergeordnetes Recht vorliege.
Reto Wyss verärgert "Reformitis"-Gegner, Zentralplus, 10.7. von Linus Estermann