22. August 2017

Klasse überspringen oder nicht?

Genau ein Jahr ist es her, dass wir zusammen mit unzähligen anderen Familien freudig-nervös vor dem Schulhaus standen: der erste Schultag unserer Tochter. Heute ist alles deutlich entspannter. Sie geht alleine hin, um in die zweite Klasse zu starten. Soweit, so normal. Doch beinahe wäre es anders gekommen und sie würde heute bereits zur Drittklässlerin werden.
Die Klasse überspringen oder nicht? Tages Anzeiger Mamablog, 21.8. von Jeanette Kuster

Der grosse Lohn-Report

Schweizer Lehrer sind unzufrieden mit ihrem Lohn. Aktuelle Zahlen zeigen: Die Gehälter für Kindergarten- und Primar-Lehrer wurden in den letzten Jahren zwar stetig angehoben, doch sie reichen weiterhin nicht an diejenigen aus höheren Stufen heran. Die kantonalen Unterschiede sind gross. 

Umstrittene Sparübung bei Privatschulen

Ein überparteiliches Komitee empfiehlt ein Nein zur Abschaffung der Privatschul-Beiträge.
Mehrkosten statt Einsparungen, Basler Zeitung, 22.8. von Thomas Dähler

21. August 2017

"Die Absichten des Lehrplans sind gut"

Die Schüler seien bereit für den Technologiewandel, sagt Ursula Renold. Probleme sieht die Bildungsexpertin aber an einem anderen Ort.

"Sind gut auf den Technologiewandel vorbereitet", Bild: Urs Jaudas
"Für Bildung gibt es keinen Turbo", Tages Anzeiger, 21.8. von Franziska Kohler

Unkritisches Schwärmen

Eine Breitseite unreflektierter Polemik gegen das Herkömmliche, ein paar Schlagwörter aus der pädagogischen Mottenkiste, etwas rührende Sozialromantik und eine Prise neoliberaler Bluff, das Ganze garniert mit Zitaten von notorischen Schulbesserwissern (Schmitt, Zemp, Precht, Largo, etc.), und fertig ist die profunde Sauce zum neuen Schuljahr.
Replik auf: Hightech macht Schule, Beobachter 18.8. von Susanne Loacker 

Nicht Altersgerechtes den Hals runter stopfen

Wieder ein Artikel ("Wie Informatik Schule macht") mehr, diesmal mit „sda“ signiert, der mit den unterschiedlichsten Argumenten und mit Namen von als sachverständig geltenden Personen untermauert, welcher der breiten Bevölkerung ans Herz legen soll, wie wichtig die Einführung des Lehrplans 21 ist, weil dieser ihren Kindern nur Vorteile für die kommende Zukunft bringt.
Leserbrief, Rheintaler Volkszeitung, 11.8. von Barbara Müller Gächter

Stufenübergänge stärken

Am Montag beginnt für viele Kinder ein neuer Abschnitt. Wie die Schuleintritte und Stufenübergänge gelingen, sagt die Erziehungswissenschaftlerin Cornelia Biffi von der Pädagogischen Hochschule Zürich.
"Rituale erleichtern die Stufenwechsel": Erziehungswissenschaftlerin Cornelia Biffi im Interview, Schweiz am Wochenende, 19.8. von Heinz Zürcher

Start in eine neue Volksschule

15 000 Kinder beginnen heute ihre Laufbahn an einer Volksschule, die sich in den letzten Jahren stark gewandelt hat.
Der lange Weg durch die Institution Schule, NZZ, 21.8. von Walter Bernet

20. August 2017

Weshalb uns das Internet nicht schlauer macht

Die Informationsflut aus dem Internet macht uns träge. Wir verzichten zunehmend darauf, Wissen in unseren Köpfen zu speichern. Dass nun auch die Schulen damit beginnen, ist nicht sehr klug.
Weshalb uns das Internet nicht schlauer macht, NZZaS, 20.8. Kommentar von Michael Furger

Wie konnten wir so verblöden?

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit? Frankreichs Schulen werden diesem Anspruch nicht mehr gerecht. Macron hat Reformen versprochen, doch ein Grundproblem wird bleiben.
Wie konnten sie so verblöden? Zeit, 20.8. von Karin Finkenzeller

Die digitale Aufrüstung in Zürich

Für sie beginnt am Montag eine neue Zeit: Mehr als 15'000 Kinder starten die Schule, 3500 von ihnen in der Stadt Zürich. Die Mädchen und Buben gehen alle in die erste Klasse einer Volksschule, lernen nach demselben Lehrplan und sollten somit am Schluss des ersten Jahres Ähnliches können. Doch in einem unterscheiden sich ihre Schulen stark: im Umgang mit Computern und der digitalen Welt. Während einige Lehrerinnen und Lehrer schon heute wie selbstverständlich mit iPads arbeiten, steht anderen für die ganze Klasse nur ein alter Computer zur Verfügung – der ab und zu kaputt ist. Das muss sich in diesem Jahr ändern. Ab dem nächsten Sommer sollen alle Schulen fit sein für den Lehrplan 21, der das neue Fach «Informatik und Medien» mit sich bringt. Darin lernen Kinder ab der 5. Klasse programmieren. Sie erfahren, weshalb Facebook jedem individuelle Werbung zeigt, welche Spuren sie im Internet hinterlassen und wie sie einem Roboter das Winken beibringen.
Grosse lokale Unterschiede bei der Verwendung von Computern. Karikatur von Schaad
Wie Zürcher Schulen digital aufrüsten, Tages Anzeiger, 19.8. von Marisa Eggli

Heute mehr Praktika in der Lehrerausbildung

Erstes Thema der Woche: Brauchen Kindergärtnerinnen und Primarlehrerinnen einen Masterabschluss? Obwohl die Rektoren der Pädagogischen Hochschulen (PH) erst im Dezember einen entsprechenden Vorschlag präsentieren wollen, gehen die Wogen bereits hoch. Im Aargau hat sich auch die Regierung, im Rahmen einer Postulatsantwort, zur Sache geäussert: negativ.Wir teilen die Bedenken, die Studiumsverlängerung könnte geeignete junge Menschen vom Beruf abhalten. Doch die Debatte neigt, wie alle emotionalen Debatten, zur Pauschalisierung. So konnte man hören und lesen: Die Lehrer-Ausbildung sei viel zu theoretisch, das alte Seminar sei eine viel bessere Berufsvorbereitung gewesen.
Lehrer-Ausbildung früher besser? Das ist quatsch. Aargauer Zeitung, 19.8. Kommentar von Hans Fahrländer

Uri gegen Homeschooling

Der Urner Erziehungsrat hält wenig davon, Schüler zu Hause unterrichten zu lassen. Er empfiehlt, dass die Kinder wenn immer möglich in die Schule gehen. Gegen Privatschulen hat das Gremium hingegen nichts.
Rat stellt sich gegen Unterricht zu Hause, Luzerner Zeitung, 18.8. von Matthias Stadler

Schweizer Pässe auswendig lernen ist sinnlos

Es ist höchste Zeit für die digitale Revolution in den Schulen. Sie macht das Lernen leichter, sinnvoller und vor allem lustiger. Doch die Widerstände sind gross.

Hightech macht Schule, Beobachter, 17.8. von Susanne Loacker

Kindergärtnerinnen wollen keine Windeln wechseln

Das stinkt den Zürcher Kindergärtnerinnen. Die Einschulung Vierjähriger bringt neue Herausforderungen – und Forderungen.
Windeln wechseln - nein Danke, SRF, 18.8. von Christoph Brunner

Biel macht ernst mit der Altersdurchmischung

Das neue Schuljahr hat am Montag in der Stadt Biel mit einer kantonsweiten Neuerung begonnen: Erstmals werden an einer Schule Kinder aus sechs Jahrgängen in einem sogenannten "Cycle élémentaire" vereint.
Bieler Volksschule startet neues Schuljahr mit Berner Première, sda, 18.8.

19. August 2017

Zürich erlaubt Handys

Zürich hebt sein Smartphone-Verbot auf. Das ist nur der Anfang: Lehrerpräsident Beat Zemp will künftig auf iPads setzen.
Kein Handyverbot mehr für Schüler, Schweiz am Wochenende, 19.8. von Yannick Nock

18. August 2017

Baselbieter Privatschulvorlage will sparen - klappt das?

Der Spareffekt der Privatschulvorlage ist umstritten und im Voraus schwierig zu berechnen. Werden zu viele Privatschüler an öffentliche Schulen wechseln, weil sie nicht mehr von 2500 Franken Unterstützung im Jahr profitieren, kann es zu Klassenneubildungen kommen. Und dann wirds teuer.
Wird mit der Privatschulvorlage tatsächlich gespart? Basellandschaftliche Zeitung, 16.8. von Philipp Felber

Pulver tritt vor Einführung des Lehrplans zurück

Erziehungsdirektor Bernhard Pulver (Grüne) tritt vor der Einführung des Lehrplans 21 zurück. Bei den Lehrern ist man trotzdem zuversichtlich, dass die Reform gut über die Bühne geht. Sie stellen aber auch Forderungen.

Pulver-Rücktritt: Lehrer fordern Kontinuität, Berner Zeitung, 17.8. von Marius Aschwanden

Vorsicht beim Loben

Müsste man nicht die Lehrpersonen häufiger motivieren und stärken? Ihnen aufzeigen, wie wichtig ihre Arbeit ist, dass sie nicht bloss arme Typen sind oder sowieso zu viel verdienen. Sollte man nicht ihr Image aufbessern?
C. H.
Liebe Frau H.Hm. Schwierig, schwierig. Denn die Schule ist ja keine geschützte Werkstatt des zweiten Arbeitsmarkts. Man muss also schon davon ausgehen, dass Lehrer(innen), die diesen Beruf ergreifen, dafür einigermassen intrinsisch motiviert sind und auch über ein genügend stabiles Selbstvertrauen verfügen, den Beruf auszuüben.
Müsste man Lehrer loben? Tages Anzeiger, 17.8. von Peter Schneider

Schulbücher einfassen - Aufgabe für Mütter?

«Und», fragte ich nach dem ersten Schultag meinen Sohn, «hast du Hausaufgaben?» Er schüttelte den Kopf und sagte: «Nein, ich nicht. Aber du!»
Unfassbar nervig: Bücher einfassen, Bund, Mamablog, 17.8. von Nadia Meier

Thurgauer ecken nicht an

Relative Passivität passt zum Thurgau, einem gemütlichen Landstrich ohne Ecken und Kanten, mit wenig Konturen, ohne Berggipfel und Schluchten. Die Menschen passen zur Landschaft, sie sind konsensorientiert, freundlich, gesetzestreu. Da fällt es aus dem Rahmen, wenn die Thurgauer, wie jüngst beim Frühfranzösisch, national anecken. Pragmatisch wollten sie den bisher ungenügenden Französisch-Unterricht reformieren und auf der Oberstufe konzentrieren. Als der Bundesrat opponierte und den Sprachenkonsens beschwor, gaben sie klein bei. Die Walliser wären nicht eingeknickt, die Innerrhoder erst recht nicht.
Textpassage aus: Wieso der Thurgau immer wieder ungebremst in Fettnäpfe tapst, NZZ, 17.8. von Jörg Krummenacher

Brauchen Primarlehrer einen Master? Peter Keller sagt nein.

Die halbe Welt beneidet die Schweiz um ihre Berufsausbildung: Dass junge Menschen in den Betrieben den praktischen Bezug zu ihrem Beruf erlernen und begleitend dazu in der Berufsschule und in Fachkursen das theoretische Rüstzeug erhalten. Die Nähe zur Arbeitswelt und das auf verschiedene Begabungen abgestützte duale Berufsbildungssystem ist offensichtlich ein Erfolg: Die Jugendarbeitslosigkeit hierzulande ist viel tiefer als bei unseren Nachbarn in Italien oder Frankreich, wo fast alle Jugendlichen «studieren» und die praxisorientierte Berufslehre unbekannt ist.
"Zu viel wurde und wird in die Lehrpläne gestopft", Basellandschaftliche Zeitung, 17.8. von Peter Keller

Brauchen Primarlehrer einen Master? Beat Zemp sagt ja.

Heute haben alle Lehrpersonen auf der Sekundarstufe I und II einen Masterabschluss. Primarlehrpersonen müssen hingegen ihren anspruchsvollen Beruf in nur drei Jahren erlernen und haben dann einen Bachelor-Abschluss. Die Zeit für diese Grundausbildung ist eindeutig zu kurz angesichts der vielen neuen Aufgaben und Herausforderungen auf dieser Stufe. Wer bis zu 10 völlig unterschiedliche Fächer unterrichten muss, dazu die immer anspruchsvolleren Aufgaben bei der Klassenführung, der Elternarbeit und der Integration von Kindern mit besonderen Lernbedürfnissen bewältigen muss, braucht eine sehr gute Ausbildung. Primarlehrpersonen sollen aber auch noch erfolgreich zwei Fremdsprachen und das neue Lehrplanmodul «Medien und Informatik» unterrichten sowie Kinder aus unterschiedlichsten Kulturen integrieren. Wahrlich keine einfache Aufgabe! 
"Es geht nicht um eine Verakademisierung", Basellandschaftliche Zeitung, 17.8. von Beat Zemp

Reformen sind nicht schuld

Im vergangenen Jahrzehnt war unsere Schullandschaft geprägt von Veränderungen. Einerseits durch die Schulreform im Zusammenhang mit der nationalen Schulharmonisierung, zu der die Bevölkerung mit grossem Mehr Ja gesagt hat. Einer Harmonisierung, die in einer immer mobileren Schweiz sinnvoll und nötig ist. Dieses Ja hat die Bevölkerung an verschiedenen Abstimmungen jeweils bestätigt. So ist der Lehrplan 21 ein kleiner Teil dieses über 10-jährigen nationalen, demokratisch legitimierten Prozesses.
Schulharmonisierung Ja, Bildungsabbau Nein! Basellandschaftliche Zeitung, 17.8. von Miriam Locher, Jan Krichmayr und Roman Brunner