11. Dezember 2017

Lehrerverband klagt wegen Pausenaufsicht im Kindergarten

Der St.Galler Lehrerverband reicht Klage gegen das kantonale Bildungsdepartement ein. Grund dafür ist die Pausenaufsicht im Kindergarten.

Streit um Pausenaufsicht in St.Galler Kindergarten, toponline.ch, 11.12.

Knill will keinen Kindergarten-Master

Der nationale Lehrerverband diskutiert, ob auch Primarschullehrer einen Master haben müssen. Thurgauer Lehrerinnen und Lehrer stehen diesem Ansinnen skeptisch gegenüber. Die Thurgauer Bildungsdirektorin Monika Knill plädiert für das heutige System.
In jeder Schulklasse einen Master, St. Galler Tagblatt, 11.12. von Sebastian Keller

Fachliche Lehramtsausbildung besser an der Universität

Seit einiger Zeit ist die jahrzehntelang ansteigende Welle der Neopädagogik am Abflachen. Das finnische Wallfahrtsziel der strenggläubigen Reformisten ist zum schnöden … Reformfall geworden. Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, auch sie durchreformiert und in den Klassierungen vom Besenwagen bedrängt, suchen nach Auswegen. Frankreich, nach einem Vierteljahrhundert verheerender Versuche am (immer weniger) lebenden Schulkörper hat nun einen Schwenk hin zur Vernunft vollzogen.
Bildung: Zurück zur Realität, Basellandschaftliche Zeitung, 11.12. von André Vanoncini

Mille feuilles missachtet Grundprinzipien des Lernens

Wie Thomas Dähler in seinem Beitrag «Frühfranzösisch-Flop wird korrigiert» festhält, sind die Ergebnisse nach sechs Jahren Fremdsprachenunterricht mit den Passepartout-Lehrmitteln «Mille feuilles», «Clin d’oeil» und «New World» enttäuschend. Nun sollen die Bände umgearbeitet werden, und anschliessend wird noch mehr Ergänzungsmaterial zur Verfügung stehen. Ob dies aber weiterhilft, ist fraglich. Warum?
«Mille feuilles» – Theorie gegen Vernunft, Basler Zeitung, 11.12. von Felix Schmutz

10. Dezember 2017

Bildungskapital als Antwort auf die Digitalisierung der Bildungsmärkte

In der Schweiz bestimmt immer noch die Herkunft über Bildungschancen. Ein radikaler Umbau der Finanzierung könnte das ändern, schreiben Anna Maria Koukal und Reiner Eichenberger.
Investiert in alle!, NZZaS, 26.11. von Anna Maria Koukal und Reiner Eichenberger

Falsche Dogmen und Steuerungsphantasien

Werden Lehrer irgendwann überflüssig sein? Verliert die Berufslehre an Stellenwert? Wird Bildung privatisiert? Drei grosse Entwicklungen prägen die Zukunft der Bildung. Doch nicht alle sind begrüssenswert, schreibt Claudia Wirz.
Schöne neue Bildungswelt, NZZaS, 26.11. von Claudia Wirz

9. Dezember 2017

Lehrer als Überwacher?

Eine Frage beschäftigt Karsten Jung noch immer: «Hätte ich es verhindern können?» Vor vier Jahren unterrichtete der Religionspädagoge an einem beruflichen Gymnasium in Süddeutschland einen jungen Mann namens Nadim. Ein gläubiger Muslim aus akademischem Elternhaus mit guten Noten. «Nadim war freundlich, interessiert und fragte oft nach», sagt Jung. Doch eines Tages war er plötzlich weg. Was erst ein Verdacht war, erhärtete sich kurz danach: Nadim, noch nicht volljährig, zog nach Syrien in den Dschihad.
Für den Deutschen Karsten Jung war das ein Schockerlebnis. «Es gab Hinweise, doch ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte.» Er suchte nach Büchern und Ratgebern, wollte erfahren, was er hätte anders machen können. Gefunden hat er ... nichts. Also schrieb er selber ein Buch, das anderen Lehrern helfen soll. «Schüler radikalisieren sich nicht von heute auf morgen», sagt er. Das sei ein langwieriger Prozess, der bis zu 18 Monate dauern könne.
Terror-Kontrolle an Schulen? Südostschweiz, 9.12. von Yannick Nock

Weichenstellung für die Zukunft unserer Volksschule im 2018

2018 ist wieder Wahljahr. Ein wichtiges Thema, dass den Bürgern und KMU’s auf den Nägeln brennt, ist das kränkelnde Bildungswesen mit den 20% funktionalen Analphabeten bei den Schulabgängern (Pisa 2015). Bereits am 4. März 2018 können wir im Kanton Zürich über mehr Mitbestimmung in der Volksschule abstimmen, um zu verhindern, dass unsere bewährte Volksschule mit den unsinnigen Reformen an die Wand gefahren wird. Seit der Einführung des Lehrplans 21 häufen sich Reklamationen über die negativen Seiten der heute viel verbreiteten «modernen Unterrichtsformen». 
Weichenstellung für die Zukunft unserer Volksschule im 2018, 8.12. von Peter Aebersold

Winterthur schafft Niveaufächer ab

Keine Niveaufächer mehr: Die Zentralschulpflege Winterthur (ZSP) hat entschieden, die verschiedenen Anforderungsstufen in den Fächern Mathematik, Französisch und Englisch auf Sekundarstufe abzuschaffen. Der Beschluss gilt ab dem kommenden Schuljahr.
Winterthur wieder mit altem Sekundar-Unterricht, Toponline, 8.12.

Dilettantismus und Geldverschwendung

Die Medienmitteilung der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion, dasFranzösischlehrmittel «Mille feuilles» werde überarbeitet, ist nicht nur ein Eingeständnis der Untauglichkeit der Passepartout-Fremdsprachenideologie: sie ist eine Bankrotterklärung. Die Arroganz der Vertreter dieses von Beginn an zum Scheitern verurteilten Projekts rächt sich nun. Den Preis dafür zahlt unser Nachwuchs.
Dilettantismus und Geldverschwendung, Basler Zeitung, 8.12. von Alina Isler

Teure, untaugliche Lehrmittel

Jetzt haben wir den Beweis: DasFrühfranzösischlehrmittel ist untauglich! Ich verlangte als Berner Grossrätin, dass der Regierungsrat die für mich untauglichen Lehrmittel «Mille Feuilles» und «Clin d’Œil» vorerst mit Versuchsklassen testen müsse. Doch davon wollte der Berner Regierungsrat Pulver nichts wissen. Da im Kanton Bern der Bildungsdirektor auch einschneidende Entscheide selber treffen kann, werden nun für diese Lehrmittel jährlich circa 14 Millionen Franken und für Zusatzausbildungen für Lehrpersonen jährlich circa weitere 4 Millionen Franken «verpulvert».
Basler Zeitung, 8.12. Leserbrief von Sabina Geissbühler

7. Dezember 2017

Alle Berner Kindergärten mit WLAN

Der Berner Gemeinderat will alle städtischen Schulen und Kindergärten mit WLAN ausrüsten. Er beantragt beim Parlament dafür einen Kredit von 1,576 Millionen Franken, wie er am Donnerstag mitteilte.
"Kinder sollen zeichnen und nicht im Netz surfen", 20 Minuten, 7.12.

Illusorische Versprechen im Fremdsprachen-Unterricht führen zu Lehrmittel-Überarbeitung

Fünf Jahre nach der Einführung des Französischunterrichts in den dritten Klassen des Baselbiets ist die Ernüchterung total: Die Erwartungen wurden nicht erfüllt. Die Gründe dafür sind auch in der Didaktik der Lehrmittel zu suchen: «Mille feuilles» gilt als Flop. Jetzt handeln die Regierungen der am Frühfranzösisch-Projekt Passepartout beteiligten Kantone der West- und Nordwestschweiz. «Mille feuilles» wird für die fünfte und sechste Klasse überarbeitet, wie dies aus einer Mitteilung der Bildungsdirektion hervorgeht. Es kann davon ausgegangen werden, dass auch die Lehrmittel für die übrigen Stufen folgen werden.
«Es werden Brücken gebaut zwischen Französisch, Englisch, Deutsch und den Herkunftssprachen der Kinder», hiess es erwartungsvoll im Elternbrief des damaligen Bildungsdirektors Urs Wüthrich im Frühjahr 2012 zur neuen «Didaktik der Mehrsprachigkeit», die vor der Einführung stand. Den Eltern wurde angekündigt, ihre Kinder würden schon bald «ohne Hemmungen sprechen und schreiben». Und: «Die zu Beginn gemachten Fehler beeinträchtigen das spätere Erlernen der richtigen Form in keiner Weise.»
Frühfranzösisch-Flop wird korrigiert, Basler Zeitung, 6.12. von Thomas Dähler

Digitale Diktatur

Die Digitalisierung der Bildung ist zurzeit das grosse Thema, wenn es um die «Schule von morgen» geht. Im «Beobachter» vom 18. August konnte man lesen, die Zukunft der Schule sei digital, Lernen beginne dort, wo Lehren aufhöre. Vor diesem Hintergrund werden in den einzelnen Kantonen ganze Schulhäuser digital aufgerüstet; Millionen fliessen in die Anschaffung teurer Hard- und Software. Die mächtigen gewinnorientierten Bildungskonzerne drängen in die Schulen, weil sie das grosse Geschäft mit der Digitalisierung wittern. Die öffentliche Bildung droht zu einer privaten Geldquelle zu verkommen. Und dies umso mehr, als die Investition von Millionenbeträgen in die Informatikbildung von den Regierungen ausschliesslich mit wirtschaftlichen Argumenten begründet wird, während pädagogische, psychologische, kindermedizinische und staatspolitische Überlegungen vollkommen fehlen.
Verkommt die Schule zur digitalen Diktatur?, Thurgauer Zeitung, 4.12. von Mario Andreotti

Entwicklungen der digitalen Transformation in positive Bahnen lenken

Die Digitalisierung hat dazu geführt, dass Faktenwissen jederzeit weltweit fast allen Menschen zugänglich ist. Der unbeschränkte Zugang zu Informationen gehört zu den grossen gesellschaftlichen Umbrüchen des 21. Jahrhunderts. Google, Wikipedia, Facebook begleiten und informieren uns täglich. Aber sind wir Menschen deshalb wissender, klüger, gebildeter geworden?
Wahres Wissen ist human, Tages Anzeiger, 4.12. von Heinz Rhyn

Ich weiss, ich kann, ich will

Christoph Mylaeus ist seit 2011 Geschäftsleiter der Deutschschweizzer Erziehungsdirektoren-Konferenz. Er stellt sich den Fragen zum Lehrplan 21 und zur Kompetenzorientierung.

Der politische Pulverdampf rund um den Lehrplan 21 verzieht sich langsam. Was waren aus Ihrer Sicht die Ursachen für die intensive Debatte?
Der Auftrag der Volksschule muss von Zeit zu Zeit Gegenstand der öffentlichen Diskussion sein. Das ist gut so und wichtig für den Rückhalt der Volksschule in der Bevölkerung und in der Politik. Dieses Mal hat sich diese Diskussion am Lehrplan 21 entfacht, und das aus ganz unterschiedlichen Motiven: politischen, weltanschaulichen und – eher seltener – auch fachlichen.
Kompetenzen - Antworten zum Lehrplan 21, Schulinfo Zug, 5.12. von Lukas Fürrer

5. Dezember 2017

Sekabgänger mit vermehrter Mühe am Gymnasium

Manche Schüler erleben den Sprung von der Sek ins Gymi als regelrechten Kulturschock. Lehrpersonen beider Stufen haben nun aufgezeigt, wo es hapert – und was zu tun wäre.
Kaum im Gymi, schon frustriert: Mathe und Deutsch bereiten Sekabgängern Probleme, Limmattaler Zeitung, 5.12. von Heinz Zürcher

Vor der virtuellen kommt die reale Welt

Die Euphorie für die digitale Welt mit dem Informatikunterricht ist enorm und das Interesse an Einführungskursen für Lehrkräfte entsprechend gross (NZZ 18. 11. 17). Nur frage ich mich, ob den Schülern vor der virtuellen nicht doch erst einmal die reale Welt nahezubringen wäre. Nicht nur die jungen Leute, schon Kinder fast jeden Alters sind mit den Apparaturen besser vertraut als wir Erwachsenen. Und da scheint es schon etwas paradox, wenn den Lehrern jetzt etwas beigebracht wird, was die Kinder längst beherrschen. Wäre es nicht besser, wenn die Schule gerade heute nicht einfach dieser Entwicklung nacheifert, die ohnehin schon omnipräsent ist, und vielmehr das vermitteln würde, was an elementaren Kenntnissen und Fertigkeiten in der lebensnahen Welt nach wie vor unabdingbar ist? Die heutigen Computerspezialisten hantierten ja auch noch nicht im Kindergarten mit Laptops und Tablets und haben noch früh genug die entsprechenden Kompetenzen erlangt. Mir wäre lieber, die Schüler fänden sich in unserer Lebenswelt besser zurecht und müssten nicht zuerst über Google abfragen, ob Basel oder St. Gallen weiter von Bern entfernt liegt. Es sollte heute in den Schulen darum gehen, Gegenwelten zu setzen statt nochmals nachzuvollziehen, was zurzeit bis zum Überdruss schon gehätschelt wird.

Reale und virtuelle Welt, NZZ, 5.12. Leserbrief von Peter Schmid

Von Methodenvielfalt zurück zu Methodenvariation

Es ist Zeit, sich von der oft beschworenen Methodenvielfalt zu verabschieden und zu einer didaktisch begründeten Methodenvariation zurückzukehren – meint unser Autor, Prof. Dr. Bernd Dühlmeier. Er ist Inhaber des Lehrstuhls Schulpädagogik der Primarstufe am Zentrum für Lehrerbildung der TU Chemnitz. Der Beitrag ist zunächst in der Zeitschrift „Grundschule“ erschienen.

Gruppendynamik beeinflusst Noten

Die Gruppendynamik verschlechtert die Noten vieler Schüler. Eltern sind oft machtlos, aber Lehrer könnten dem entgegentreten, sagt Jugendpsychologe Allan Guggenbühl.
Wie Kna­ben wie­der bes­se­re No­ten er­hal­ten, Südostschweiz, 5.12. von Yannick Nock

Buben wollen keine Streber sein

Zuletzt fand ein alter Trend neue Beachtung: Seit Mitte der Neunzigerjahre tut sich eine Schere bei der Maturaquote auf. Mädchen haben die Buben abgehängt. Über die Ursachen debattieren Lehrer, Politiker und Bildungsforscher seit Jahren. Doch ein Aspekt ging bislang in der Diskussion unter – dabei trifft er besonders in der Schweiz zu.
Die Angst, als Streber zu gelten, kann die Leistung beeinträchtigen. Von dieser Furcht betroffen sind allerdings hauptsächlich Buben. Erziehungswissenschafterin Margrit Stamm schreibt in einer Kolumne, die in der Zeitung «Nordwestschweiz» erschienen ist, es gebe einen deutlichen Zusammenhang zwischen guten Noten, Unbeliebtheit und dem Geschlecht. «Im Gegensatz zu den Mädchen ist das Wort ‘Streber’ bei vielen Knaben negativ besetzt», sagt Stamm. Es sei deshalb nicht erstaunlich, dass sich viele schulisch sehr gute Buben dem Druck zum Mittelmass beugen – und ihre Noten sinken. Die Kinder würden dabei einem «heimlichen Lehrplan» folgen, sagt Stamm, einem versteckten Code, der vorgibt, was cool ist und was nicht.
Die Angst der Buben, Südostschweiz, 5.12. von Yannick Nock

"In 30 Jahren braucht man keine Qualifikationen"

Der Musiker und Autor André Stern erklärt, warum der Mensch nur spielerisch lernt und warum er seine Kinder nicht zur Schule schickt.

Warum schicken Sie Ihre Kinder nicht in die Schule, Herr Stern? Tageswoche, 3.12. von Jeremias Schulthess

Die Tagesschule als Antwort

Die Tagesschule hat in der Schweiz keine Tradition. Aber sie hat das Potenzial, mit den heute absehbaren Anforderungen an die Volksschule klarzukommen.
Staatsschule oder Volksschule der Zukunft? NZZ, 5.12. von Walter Bernet

Der Lehrer zeigt dem Schüler nicht mehr die Welt

«Lehrplan 21 – Sind die Würfel gefallen? Neue Lerntechnik oder Paradigmawechsel?» Unter diesem Titel veranstaltete der Verein OstschweizerKinderärzte am 22. November 2017 eine Podiumsdiskussion mit Michael Furger, NZZ am Sonntag, als Diskussionsleiter. Im bis auf den letzten Platz besetzten grossen Plenarsaal der Fachhochschule St.Gallen referierten der Pädagoge Matthias Burchardt aus Köln und der Bieler Oberstufenlehrer Alain Pichard. In der Diskussion wirkten Alexander Kummer, Leiter Amt für Volksschule St.Gallen, und Prof. Thomas Burri von der Pädagogischen Hochschule St.Gallen mit. Einige Schwerpunkte aus dem Referat von Matthias Burchardt seien hier herausgegriffen. 
Der Lehrer zeigt dem Schüler nicht mehr die Welt, St. Galler Tagblatt, 5.12. Leserbrief von Marianne Wüthrich

4. Dezember 2017

Solothurn und die amis romands

Solothurn will ein Brückenkanton sein und den Röstigraben überwinden – gerade mit Austauschprojekten in der Schule. An schönen Worten dazu mangelt es nicht. Doch in der Praxis hapert es bislang. Warum eigentlich?
Sprachaustausch, die grosse Chance, die kaum jemand nutzt, Schweiz am Wochenende, 3.12. von Sven Altermatt